DEMOKRATIE LERNEN

(M)eine Stimme zählt?

Dauer:                       2 UE
Schulstufe:               alle Schulstufen

Im Rahmen dieses Moduls erarbeiten zwei Referent_innen des PoBi-Teams gemeinsam mit Schulklassen Aspekte der österreichischen Demokratie in Form eines Brainstormings. Dabei erfahren sie unter anderem, welche Beteiligungsformen ihnen als Bürger_innen offen stehen und wie sie ihre Stimme einbringen können. Anschließend wird in einem Rollenspiel eine Gemeinde-, Landtags- oder Nationalratssitzung nachgespielt. Die Themen variieren je nach politischer Zuständigkeit und Interessensgebiet der Schüler_innen.

Die Schüler_innen schlüpfen in die Rolle von Entscheidungsträger_innen und wägen verschiedene Argumente und Perspektiven ab, um ein Gespür für politische Entscheidungsprozesse zu bekommen.

Die Klasse entscheidet sich (vorab) für ein von PoBi vorbereitetes Thema, zu dem diskutiert wird. Beispiele dafür sind unter anderem die Subvention eines Jugendzentrums, die Abschaffung von Schulnoten oder von Bargeld. Die Schüler_innen diskutieren hierzu in Kleingruppen sowie in einer Plenumsdiskussion. Das Modul schließt mit einer gemeinsamen Reflexion ab, in der die Erfahrungen der Schüler_innen im Rollenspiel mit den Abläufen der politischen Praxis in Verbindung gebracht werden.

Themenpool

GemeinderatLandtagNationalrat
Subvention JugendzentrumSozialer WohnbauAbschaffung Schulnoten
Subvention JugenddiscoNightlinerLegalisierung Cannabis
Bau HochseilgartenBau KraftwerkAbschaffung Bargeld
Bau EinkaufszentrumModulare Oberstufe

Musterantrag Subvention Jugendzentrum

DEMOKRATIEWERKSTÄTTEN

Inselverfassung

Dauer:                       2 UE
Schulstufe:               ab 10 Jahren

In diesem Modul geht es darum, dass Schüler_innen grundlegende Fragen bzw. Regeln des Zusammenlebens aushandeln und ihre eigene(n) Verfassung(en) gestalten. Ausgangspunkt ist das Stranden auf einer Insel. Damit ein Zusammenleben stattfinden kann, sollen gemeinsame Regeln verhandelt werden. Wie soll das Leben auf der Insel aussehen?  Wie werden Entscheidungen getroffen? Wer trifft welche Entscheidungen? Für wen gelten die Entscheidungen? Gibt es Aufgaben, die verteilt werden müssen bzw. wer übernimmt welche Aufgaben? Diese Fragen sollen dazu anleiten, die Ressourcenverteilung und Arbeitsteilung in dieser fiktiven Situation konkret zu gestalten. Ziel ist es, gesellschaftliche Entscheidungsmechanismen zu thematisieren und durch eine spielerische Auseinandersetzung komplexe Strukturen nachvollziehbar zu machen.

In Kleingruppen und auf Plakaten werden die „Insel-Verfassungen“ festgehalten und einander präsentiert. Anschließend findet eine ausführliche Reflexion statt, in der die Brücke zur österreichischen Verfassung und ihren wichtigsten Inhalten geschlagen wird.

Klassenparlament

Dauer:                       2-3 UE
Schulstufe:               ab 10 Jahren

In diesem Modul geht es darum, die Klassengemeinschaft und das demokratische Miteinander zu stärken. Das Klassenparlament soll Raum schaffen, sich darüber Gedanken zu machen, wie Schule gestaltet werden kann und was es braucht, um eine gute Lernumgebung für alle sowie Raum für Erfahrungen zu schaffen.

Zu Beginn des Moduls werden die Schüler_innen dann angeleitet, sich zu bestimmten persönlichen, niederschwelligen Merkmalen (z.B. Lieblings-Freizeitaktivitäten, Geschwisterpositionen, Essensvorlieben, etc.) in Untergruppen auf die zugeordneten Plätze im Raum aufzuteilen. Die Schüler_innen werden gebeten, dies leise zu machen und nur zu beobachten. Dabei sollen sie versuchen, sich zu merken, wer wo gestanden ist. Die Übung soll Gemeinsamkeiten und Differenzen, die es im Klassenverband gibt, erfahrbar und sichtbar machen.

Anschließend werden in unterschiedlichen Gruppenzusammensetzungen gemeinsame Wünsche für die Zusammenarbeit erarbeitet. Ziel ist es, eigene Bedürfnisse zu erkennen, Kompromisse zu schließen, Vereinbarungen zu treffen und auch einzuhalten bzw. einzufordern. Rücksichtnahme auf andere soll gestärkt und die Gemeinschaft gefördert werden. Das Ergebnis des Aushandlungsprozesses ist schließlich die finale Verhaltensvereinbarung, welche als Basis für die Diskussion über die „ideale Schule“ (3) dienen soll.

Leitfragen dabei sind: Wie stelle ich mir dir ideale Schule vor? Was brauche ich, dass es mir in der Schule gut geht/ ich gute Lernvoraussetzungen habe? Wie stelle ich mir Schule vor, die Spaß macht? Zuerst werden Ideen in Kleingruppen gesammelt, welche anschließend im Plenum diskutiert und reflektiert werden. Die Ergebnisse werden dann dem Klassenvorstand/der Klassenvorständin oder Direktorat übermittelt.

Zukunftsszenarien

Dauer:                       3 UE
Schulstufe:               ab 16 Jahren

In diesem Modul geht es um die Auseinandersetzung mit Zukunftsszenarien, anhand derer politisches Denken und Arbeiten als Einzelperson und als Gremium gestärkt werden. Es werden „Forscher_innen-Teams“ gebildet. Diese stellen sich vor, dass ihr Team eine Zeitreise ins Jahr 2050 macht. Jedes Team findet eine bestimmte Situation zum Thema Klima & Umwelt vor (z.B.: Stadtluft (autofreie Stadt), Müll, Mikroplastik im Essen, Naturkatastrophen, Wasser).

Die Gruppen sollen folgende Fragen erarbeiten: Was ist euer Rat an die EU? Soll die Zukunft so aussehen, wie ihr sie beobachtet habt? Wenn nicht, welche Maßnahmen oder Entscheidungen sollte die Regierung oder die EU im Hier und Jetzt im gegebenen Fall treffen, um die Szenarien zu verhindern?

Die Forschungsteams kommen schließlich wieder von ihrer Zeitreise in die Klasse zurück. Sie stellen sich nun vor, das Europäische Parlament hätte sie eingeladen, von ihrer Zukunftsreise zu berichten. Die Forscher_innen-Teams präsentieren im Plenum zuvor angefertigte Plakate zu den beobachteten Zukunftsszenarien. Anschließend schlüpfen die Teilnehmenden in die Rolle der EU-Parlamentarier_innen und werden angehalten, Prioritäten in der Agenda zu setzen. Der Workshop endet mit einer Abschlussdiskussion und Reflexion.

Die Schüler_innen sollen sich mit Zukunftsszenarien auseinandersetzen und spielerisch lernen, wie parlamentarische Gremienarbeit funktioniert. Sie erkennen die Möglichkeiten des Handelns auf verschiedenen Ebenen (eigener Handlungsspielraum und politische Ebenen) und treffen bewusste und reflektierte politischen Entscheidungen. Handlungs- und Urteilskompetenz werden gestärkt. Zudem werden tagesaktuelle, die Jugendlichen betreffende Themen behandelt.

DEMOKRATIE ERLEBEN

Politcafé

Dauer:                       2 UE
Schulstufe:               ab 14 Jahren

In diesem Modul sind Politiker_innen aus jeder im Landtag bzw. Gemeinderat vertretenen Partei anwesend. Die Schüler_innen werden in Kleingruppen aufgeteilt und haben danach Zeit, sich mit jedem/jeder Mandatar_in persönlich auszutauschen. Hiermit wollen wir jungen Menschen die Möglichkeit geben, hinter politische Kulissen zu blicken, damit sie sich eigenständig ein Bild der Parteienlandschaft Tirols machen können. Bei diesem Meinungsaustausch im kleinen Rahmen sind spannende Diskussionen garantiert. Die Schüler_innen sind dazu angehalten, sich vorab Fragen an die Politiker_innen mit der Klassenlehrerin/ dem Klassenlehrer zu überlegen, die sie interessieren. Das Politcafé findet in den Räumlichkeiten des Tiroler Landtages oder auf Wunsch auch in Ihrer Schule statt. Bei Interesse besteht auch die Möglichkeit, das Politcafé mit einer Führung durch das Landhaus und den barocken Sitzungssaal zu kombinieren.

Gerne gehen wir je nach Kapazitäten auf Themenvorschläge, Veränderungen der Modulabläufe oder andere Wünsche ein.